OFT GESTELLTE FRAGEN / FAQs
Kauf und Versand von medizinischen Blutegeln
Blutegel sind für Patienten apothekenpflichtig. Dies dient der Sicherheit, um eine fachgerechte Beratung zu erhalten. Fachkreise wie z.B. Ärzte und Human-Heilpraktiker können die Blutegel direkt beim pharmazeutischen Unternehmen wie der bbez bestellen. Als Privatperson kann man Blutegel in der Apotheke kaufen. Als Medikament wird der Blutegel mit Beipackzettel abgegeben.
Der Blutegel ist für Patienten ein apothekenpflichtiges, aber nicht verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass medizinische Blutegel als Arzneimittel ausschließlich an Ärzte, Tierärzte, Human-Heilpraktiker, Apotheken, Kliniken und pharmazeutischen Großhandel versendet werden dürfen. Alle anderen Berufsgruppen oder Privatpersonen können die Blutegel in einer Apotheke kaufen.
Der Preis wird pro Stück berechnet, wobei die Größe des Blutegels sowie die bestellte Menge den Preis beeinflussen können. Durch ihren Status als Arzneimittel unterliegen sie den gleichen Anforderungen bei der Herstellung und den Kontrolle wie andere Arzneimittel, zum Beispiel regelmäßige Überprüfung der Herstellung, Qualitätskontrollen, (mikrobiologische, physikalische und chemische Untersuchungen), Dokumentationen und Gutachten.
Ein gezüchteter Blutegel ist teurer als ein in der Natur gefangener, da er eine bessere Rückverfolgbarkeit bietet und 2 bis 3 Jahre aufgezogen und gepflegt wird. Unsere Zuchtegel werden 5-7-mal gefüttert, bevor sie in eine 8-monatige Quarantäne gehen. In dieser langen Zeit müssen sie intensiv händisch versorgt werden, das ist bisher nicht automatisierbar.
Der medizinische Blutegel, der früher in Europa genutzt wurde, wird Hirudo medicinalis genannt und ist, wegen Raubbau an dieser Art vornehmlich im 19. Jahrhundert, fast ausgestorben. Die in Europa medizinisch genutzten Blutegel sind heute alle Hirudo verbana. Die meisten im Handel erhältlichen Blutegel werden der freien Natur entnommen.
Nur wenige Unternehmen züchten ihre Blutegel tatsächlich selbst und unterscheiden zwischen Wildfängen Kulturegeln und Zuchtegeln.
So stammen die Zuchtegel aus unserer eigenen Zucht in Biebertal, während unsere Kulturegel im Donaudelta von zertifizierten Lieferanten gesammelt werden. Diese müssen sich an behördliche Fangquoten halten und werden regelmäßig von uns überprüft.
Da der medizinische Blutegel vom Aussterben bedroht ist, ist die Zucht unter kontrollierten Bedingungen für uns sehr wichtig, um die verbleibenden Wildpopulationen nicht zu beeinträchtigen. Unser Ziel ist, die Zucht der Egel immer weiter zu verbessern, um entsprechend auf Wildfänge immer mehr verzichten zu können.
Da die Größe von Blutegeln schwer zu messen ist, da sie sich beim Anfassen lang strecken oder klein zusammenziehen, ist es am einfachsten, sie nach ihrem Gewicht zu klassifizieren.
Die Größen der von der bbez vertriebenen Medirud®-Blutegel sind definiert als Mini-Egel (kleine Blutegel), mittlere Blutegel und große Blutegel.
Für konkrete Anwendungsfragen, auch zur passenden Größe, wenden Sie sich bitte direkt an: blutegel@blutegel.de.
Eine Bestellung, die vor 12:00 Uhr aufgegeben wird, wird innerhalb der folgenden 1 bis 3 Werktage geliefert. Wird z.B. heute vor 12:00 Uhr bestellt, erfolgt die Lieferung durch einen Kurierdienst zuverlässig von einem auf den anderen Tag (außer an Sonn- und Feiertagen).
Da Blutegel ein Human-Fertigarzneimittel sind, müssen sie für die Anwendung am Tier von einem Tierarzt umgewidmet werden. Die Blutegel kann der Tierarzt direkt bei der bbez über die tierärztliche Hausapotheke bestellen oder ein Rezept ausstellen. Mit dem Rezept kann der Tierbesitzer die Blutegel in der Apotheke bekommen. Blutegel dürfen nicht an lebensmittelliefernden Tieren angewendet werden (es sind keine Rückstandshöchstmengen definiert).
Aufbewahrung und Pflege von medizinischen Blutegeln nach Erhalt
Egel bitte nach Möglichkeit bei Ankunft sofort auspacken.
Die weitere Aufbewahrung erfolgt in einem sauberen Gefäß mit gut verschließbarem Deckel.
Das Gefäß ist bis zur Hälfte mit sauberem, chlorfreiem, kalkarmem Wasser (z.B. destilliertes Wasser mit Zugabe von 0,5 g zusatzfreiem Salz/Liter oder kohlensäurefreies Mineralwasser) zu füllen und ca. alle 2 Tage soll ein Wasserwechsel stattfinden.
Gefäß bitte abgedunkelt und kühl bei 5 – 18 °C aufbewahren. Blutegel sind im Dunkeln weniger aktiv und weniger gestresst. Eine kühle Temperatur verringert die bakterielle Besiedlung. Mit jeder Lieferung senden wir ein Informationsblatt zur Haltung von Blutegeln aus, das alles Wichtige enthält. Zudem finden Sie auch alles Wichtige zur Haltung: https://blutegel.de/de/download#produktunterlagen/zertifikate
Die Blutegel sollten nicht unmittelbar nach ihrer Ankunft per Kurierdienst verwendet werden, sondern sich erst vom Transport erholen können. Es wird empfohlen, nach dem Transport eine „Erholungs-Zeit“ von mindestens ein bis zwei Tagen einzuhalten.
Selbstverständlich können Sie erkrankte, auffällige oder tote Egel reklamieren. Sie haben eine Frist von 8 Tagen ab Versand der Lieferung, um Ihre Reklamation an blutegel@blutegel.de einzureichen, die mit Fotos belegt sein muss.
Bitte nehmen Sie mit uns zeitnah Kontakt auf, sollten die Tiere auffällig sein oder für eine Behandlung ungeeignet erscheinen.
Sicherheit und Herkunft der Blutegel
Nein, wenn jemand sterile Blutegel oder Blutegel aus steriler Zucht anbietet, ist das eine unwahre Aussage. Blutegel können nicht steril sein, da sie über ein Mikrobiom verfügen, das natürlicherweise Symbionten enthält, die ihnen insbesondere dabei helfen, ihre Blutmahlzeit zu verdauen.
Um das Risiko einer Übertragung unerwünschter Bakterien zu minimieren, ist es daher von entscheidender Bedeutung sicherzustellen, dass die Blutegel aus einem zertifizierten und zugelassenen Betrieb stammen (wie z.B. der bbez).
Ebenso wichtig ist die Beachtung der Empfehlung die Egel direkt vor der Behandlung mit lauwarmem Wasser für 5 Minuten gründlich abzuspülen, um eventuelle Keime von der Blutegelhaut zu entfernen.
Was ist der Unterschied zwischen gezüchteten Blutegeln und Wildfängen?
Die meisten weltweit im Handel erhältlichen medizinischen Blutegel stammen aus der freien Natur, aus der sie gefangen werden.
Unternehmen, die medizinische Blutegel als Arzneimittel vertreiben, dürfen nur Wildblutegel zur Behandlung anbieten, die eine vorgeschriebene Quarantänezeit (fütterungsfreie Zeit) durchlaufen haben, damit eine sichere Anwendung der Blutegel gewährleistet werden kann (z.B. 8 Monate Quarantäne bei uns in der bbez).
Darüber hinaus vertreibt nur eine begrenzte Anzahl von Unternehmen auch medizinische Zuchtblutegel, die unter kontrollierten Bedingungen geschlüpft sind und aufgezogen wurden. Diese Zuchtblutegel sind teurer als Wildblutegel, da sie seit ihrem Schlupf ständige Pflege benötigen (ca. 2 Jahre) und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit sowie Produktsicherheit gewährleisten müssen.
Zur Fütterung unserer Zuchtegel während ihrer Aufzucht nutzen wir defibriniertes und auf Körpertemperatur (37 °C) erwärmtes Rinderblut, welches wir den Blutegeln zur Fütterung anbieten. Die bbez füttert ihre Blutegel mit Rinderblut, das bei der Schlachtung von Rindern zur Lebensmittelgewinnung als Abfallprodukt anfällt.
Blutegel sind Einmalarzneimittel, vergleichbar mit Einmalspritzen. Der Gesetzgeber verbietet, sie erneut anzusetzen.
Aus hygienischen und gesundheitlichen Gründen (Risiko der Übertragung von Infektionskrankheiten) ist ein Blutegel für einen bestimmten Patienten nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt.
Eine Krankheitsübertragung durch Egel ist möglich, da der Egel mit Krankheitserregern infiziertes Blut in seinem Darm speichern kann.
Aus diesem Grund durchlaufen die Egel bei uns eine fütterungsfreie Quarantäne über 8 Monate. Dieser Zeitraum wurde mit den Überwachungsbehörden nach eigens von uns dafür durchgeführten Untersuchungsreihen als sicher erkannt und festgelegt. Diese Quarantäne und die regelmäßigen Qualitätskontrollen unterscheiden unseren Arzneimittel-Blutegel Medirud® von illegal angebotenen Egeln zum Beispiel auf Social Media. In unserer über 20-jährigen Erfahrung gibt es bisher keinen dokumentierten Fall einer blutübertragenen Infektion.
Nein. Medizinische Blutegel stehen nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES – Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) unter Naturschutz und dürfen nicht unkontrolliert in der Natur gesammelt werden.
Zudem würden Sie sich bei der Behandlung dem Risiko einer Krankheitsübertragung aussetzen (Übertragung von Viren oder bakteriellen Infektionen).
Medizinische Anwendung, Indikationen und Wirksamkeit der Blutegeltherapie
Im Blutegelspeichel wurden zahlreiche pharmakologisch wirksame Substanzen identifiziert. Einige dieser Stoffe werden mittlerweile hergestellt und in der Schulmedizin verwendet. Studien und Fallberichte zeigen, dass die Blutegeltherapie eine medizinische Wirkung hat. Nicht umsonst wurde der Blutegel im Jahr 2005 von der Bundesoberbehörde (BfArM) als Arzneimittel eingestuft.
In der offiziellen Indikationsliste finden sich: Arthrose, regionales Schmerzsyndrom oder Sehnenreizung, venöse Stase nach chirurgischen Eingriffen, externe Hämorrhoiden, Ohrgeräusche (Tinnitus). Für viele Beschwerden gibt es individuelle Erfolgsberichte aber keine offiziellen Studien.
Einige Rheumakliniken verwenden Blutegel seit Jahrzehnten als Therapie.
https://naturheilkunde.immanuel.de/forschung/veroeffentlichte-studien/blutegeltherapie-bei-rueckenschmerzen/
https://rheumazentrum-mittelhessen.de/wann-ist-eine-blutegeltherapie-fuer-ihre-patientinnen-geeignet-eine-uebersicht-fuer-zuweiser/
Ja, sie werden zur Schmerzlinderung bei Kniearthrose, Rückenschmerzen und Gelenkproblemen eingesetzt.
Rekonstruktive Chirurgie: Blutegel werden postoperativ eingesetzt, um die Durchblutung wiederherzustellen, insbesondere nach Gewebetransplantationen oder der Reimplantation von abgetrennten Körperteilen (z.B. Finger, Ohren).
Schmerzen: Arthrose, Rückenschmerzen, Sehnenentzündungen (z.B. Tennisellenbogen).
Sonstiges: venöse Stauungen, Hämatome, Hämorrhoiden, Tinnitus
Die Wirksamkeit der Therapie liegt im Speichel der Blutegel und im Saugvorgang. Beim Biss injiziert der Blutegel seinen Speichel in die Wunde, der mehr als 100 Substanzen enthält, darunter entzündungshemmende Mittel, Schmerzmittel, Gerinnungshemmer und Substanzen, die die Durchblutung anregen. Zudem bewirkt das Saugen des Blutegels lokal eine Neovaskularisierung, wodurch die Durchblutung vor Ort gesteigert und somit die Gewebeheilung gefördert wird.
Nur ein Tierarzt darf das entscheiden. Er muss das Arzneimittel für die Nutzung am Tier umwidmen (und damit die Blutegeltherapie für diese Krankheit bei diesem Tier freigeben). Die Egeltherapie kann dann von einer anderen Person im Auftrag durchgeführt werden.
Die Behandlung
Angehörige der Heilberufe dürfen Blutegel anwenden: für Menschen sind Ärzte und Human-Heilpraktiker zuständig und für Tiere die Tierärzte. Eine Selbstmedikation ist nicht ratsam. Das eigene Tier darf nicht behandelt werden. Sollen Tiere behandelt werden, muss ein Tierarzt das Humanarzneimittel umwidmen.
Ein qualifizierter Therapeut muss entscheiden, ob diese Therapie bei dem vorliegenden Krankheitsbild sinnvoll ist. Mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten müssen abgeklärt, Nebenwirkungen erklärt werden und die fachgerechte Nachsorge sichergestellt sein. Man muss wissen, wie man die Blutegel händelt, damit sie da beißen, wo sie sollen.
Der Biss ist deutlich zu spüren und wird oft mit einem Brennnesselkontakt oder einem leichten Kribbeln verglichen. Nach kurzer Zeit hört dies meist auf, da im Speichel des Blutegels schmerzlindernde Substanzen enthalten sind.
Eine Sitzung dauert im Durchschnitt zwischen 30 und 90 Minuten, bis sich der Blutegel vollgesogen hat und sich von selbst löst.
Mit dem Applikator kann der Blutegel präzise platziert werden. Zudem wird der Egel nicht berührt, was seinen Stress reduziert und das Ansetzen erleichtert.
Geben Sie den Tieren genügend Zeit nach der Ankunft bei Ihnen. Sie sollten nicht direkt aus dem Kurierfahrzeug zum Einsatz kommen. Ein bis zwei Tage Pause nach der Reise sind angebracht.
Sollten einer oder mehrere Blutegel nicht auf Anhieb beißen, versuchen Sie es mit der Ansetzhilfe Hirutarget® oder punktieren Sie die gewünschte Ansatzstelle, sodass ein Tropfen Blut als natürlicher Lockstoff austritt. Patienten sollten nicht zu stark parfümiert oder starke Raucher sein und vermeiden Sie grelles Licht. Denken Sie auch daran, dass viele medizinische Salben ätherische Öle enthalten, die die Egel vom Beißen abhalten. Achtung bei drohendem Gewitter beißen die Egel fast nie.
Nach der Behandlung
Aufgrund mehrerer gerinnungshemmender Wirkstoffe kann die Wunde einige Stunden (im Durchschnitt bis 12 Stunden) und gelegentlich bis 24 Stunden bluten; dies ist ein wesentlicher Bestandteil der therapeutischen Wirkung.
Nein. Es ist aus gesetzlichen Gründen (Ökologie; Seuchensicherheit) verboten, diese Tiere freizulassen. Zum einen können sie als nicht heimische Art heimische Egel verdrängen, zum anderen wollen wir kein potenziell infektiöses Blut in die Natur verbringen.
Blutegel gelten als risikobehafteter medizinischer Abfall und werden nach Gebrauch entsorgt (meistens durch Einfrieren getötet).
In Deutschland hat die bbez mit der zuständigen Überwachungsbehörde eine Option geschaffen, dem gebrauchten Blutegel über ein genehmigtes Rückgabesystem ein Weiterleben zu ermöglichen. Die zurückgesandten Blutegel verbringen acht Monate in Quarantäne, bevor sie in einen „Rentnerteich“ für Blutegel entlassen werden, wo sie naturnah weiterleben können. Die Teiche sind so gesichert, dass ein Ausbruch nicht möglich ist.
Hierfür gibt es ein spezielle Rücknahmeset bei der bbez. Dieses enthält ausbruchsichere Behälter, eine Anleitung, einen Rücksendekarton und ein vorbereitetes, frankiertes Adresslabel. Das Adresslabel stellt sicher, dass die Egel zielsicher in die Obhut der Lebenshilfe kommen, wo sie während der Quarantänemonaten liebevoll gepflegt werden. Dies sichert einen Arbeitsplatz bei der Lebenshilfe über die bbez. Benutzte Egel dürfen auf keinen Fall in unseren Herstellerbetrieb zurückkommen und gelangen nach der Quarantänezeit in den „Rentnerteich“.
Der Rentnerteich ist so eingerichtet, dass sich die Blutegel dort anschließend selbst ernähren können (Fische, Frösche…). Die bbez verfügt über drei Rentnerteiche, die mindestens alle vier Wochen kontrolliert werden. Dank dieser drei Teiche leben die Blutegel nicht unter überfüllten Bedingungen, was ihrem Wohlbefinden zugutekommt.
Wird der benutzte Egel nicht in den Rentnerteich geschickt, so muss er durch den Anwender getötet und entsorgt werden. Die schnellste und wenn man das so ausdrücken kann, die humanste Vorgehensweise ist hier das Einfrieren. In der Natur verfallen Blutegel im Winter in eine Winterstarre und werden im Frühjahr wieder aktiv. Das Einfrieren folgt einem ähnlichen Prozess. Die Blutegel fahren ihren Stoffwechsel herunter, verfallen in die Winterstarre und wachen durch das tiefe Einfrieren nicht mehr auf. Zur Euthanasie wird ein Einfrieren bei -18 °C für mindestens 48 Stunden empfohlen.
Eine oft kommunizierte sogenannte „alternative Möglichkeit“, den Egel durch Alkohol oder Spiritus zu töten, verursacht einen unnötigen Todeskampf und kann deshalb nicht empfohlen werden.
Kontraindikationen, Nebenwirkungen und Risiken der Blutegeltherapie
Hierzu sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker im Rahmen der Aufklärung sprechen. Von einer Blutegeltherapie wird generell abgeraten z. B. bei Personen mit Gerinnungsstörungen oder gerinnungshemmenden Medikamenten, Blutarmut oder einer Immunschwäche, bei Personen mit einer Infektion, bei Schwangeren und bei Kindern.
Generell wird die Blutegeltherapie auch allen Personen vor einem geplanten chirurgischen Eingriff im Operationssaal nicht empfohlen. Der Mindestabstand zwischen einer eventuellen Hirudotherapie-Sitzung und einer Operation muss in Absprache mit dem Chirurgen festgelegt werden.
Ja. Wie jedes Arzneimittel, das eine Wirkung hat, kann der Blutegel auch Nebenwirkungen verursachen. Lesen Sie hierzu die Gebrauchsinformation (https://blutegel.de/de/download#produktunterlagen/zertifikate), die auf unserer Webseite zur Verfügung steht und sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker.
Ausbildung
Es besteht unter anderem die Möglichkeit, an den von der bbez angebotenen Fortbildungsseminaren teilzunehmen. Diese finden als Ein- oder Zweitagesseminar statt und werden von erfahrenen Fachkreis-Angehörigen für die Blutegeltherapie bei Menschen oder Tieren (s. Umwidmung) durchgeführt. Diese Seminare stehen allen Interessierten offen, sind aber keine rechtliche Grundlage für die gewerbliche Blutegeltherapie. Weitere Informationen zu unseren Seminaren finden Sie unter https://blutegelseminare.de/.
Biologie und Verhalten des medizinischen Blutegels
Ja. Er hat drei Kiefer mit Zähnen. Damit schneidet er eine kleine Wunde in die Haut (diese sieht aus wie ein Ypsilon).
Die Wirkung der Blutegel beruht auf den Inhaltsstoffen des Speichels (Saliva) und nicht (nur) auf den Blutentzug. Weit über 100 Substanzen finden sich im Speichel, der beim Biss in die Wunde gelangt. Darunter sind z.B. Entzündungshemmer, schmerzlindernde und gerinnungshemmende und durchblutungsfördernde Substanzen zu finden.
Ein Blutegel kann bis zum Zehnfachen seines Eigengewichts an Blut aufnehmen. Die 2 bis 3 fache Menge des getrunkenen Blutes tropft über die nächsten Stunden aus der Wunde.
Daher empfehlen wir grundsätzlich, eine Menge von 10 Egeln pro Therapie nicht zu überschreiten (das würde im Maximalfall der Menge einer Blutspende entsprechen).
Die Lebensdauer eines Blutegels wird, wenn er ausgebrochen ist, nicht mehr als ein paar Stunden betragen. Der Egel kann außerhalb des Wassers leben. Er erstickt nicht, benötigt aber eine feuchte Umgebung, um nicht auszutrocknen.
Zuchtegel: Das Alter der zum Verkauf stehenden Zuchtblutegel hängt von ihrer Größe (Mini, klein, mittel usw.) und somit von der Anzahl ihrer bisherigen Mahlzeiten ab. Die kleinsten Blutegel sind daher mindestens 12 Monate alt, während die größten über 24 Monate alt sein können.
Kulturegel: bei Egeln aus der freien Natur kann das Alter nicht eindeutig bestimmt werden. Ihr Wachstum hängt stark von der Verfügbarkeit von Nahrung in ihrem Lebensraum ab.
Das hängt von der Größe ab. Die Babyegel werden schon wenige Wochen nach der Fütterung wieder hungrig, die älteren Egel bekommen erst nach mehreren Monaten wieder Hunger. Meist sind es 5-7 Fütterungen bis ein Blutegel die Größe erreicht, um für eine Behandlung genutzt werden zu können.
Blutegel sind Zwitter. Sie besitzen also sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane.
Blutegel sind Zwitter und befruchten sich gegenseitig bei der Paarung. In der warmen Jahreszeit legen sie ihre Eier in einem Kokon ab, den sie am Wasserrand in feuchtem Substrat (Erde, Moos) ablegen. Sind gute Voraussetzungen gegeben (sommerliche Temperaturen, gesättigter Blutegel), legt ein Blutegel durchschnittlich zwei Kokons pro Jahr, die bei Erreichen der Reife jeweils etwa zehn Jungtiere enthalten.

